Alpestre

Alpestre ist der Name einer italienischen Bitter-Marke.


Hintergrund

Der Bitter wurde im Jahr 1857 von dem Mönch Bruder Emanuel in einer Maristen-Einsiedelei im Südosten Frankreichs geschaffen. Der Kräuterkundige Emanuel wollte damit ein Heilmittel entwickeln, um diverse Beschwerden, darunter Fieber und Verdauungsprobleme, zu kurieren.

               

Der Heiltrunk wurde schnell bekannt, nicht zuletzt dank eines profitablen Liefervertrages mit der französischen Armee, die damit die Gesundheit der in den Kolonien dienenden Soldaten stärken wollte. Von diesem Zweck leitet sich auch der erste Markenname ab, den man dem Kräuterbitter zunächst gab: L‘Arquebuse de Hermitage (die „Arkebuse“ war ein Vorderlader aus dem 15. und 16. Jahrhundert und spielt an den Kontrakt mit der Armee an, „Hermitage“ bezieht sich auf ein Kloster als Herstellungsort).

               

Der Jahrhundertwechsel sah in Frankreich eine erneut aufkeimende Abneigung gegen den  katholischen Klerus, was eine Reihe von anti-kirchlichen Gesetzten nach sich zog. Im März und Juli des Jahres 1902 wurden schließlich alle Ordensgemeinschaften aufgehoben, weshalb sich auch die Maristen-Mönche gezwungen sahen, das Land zu verlassen. Sie siedelten nach Carmagnola bei Turin um, wo sie in 1904 die noch heute in Betrieb befindliche Destillerie gründeten. Hier änderten die Mönche in 1929 auch den Namen ihres Kräuterbitters in „Alpestre“ um – eine Entscheidung, die nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen ist, dass während der faschistischen Herrschaft Mussolinis die Verwendung von ausländischen Markennamen verboten wurde („Alpestre“ lässt sich mit „gebirgig“ oder „Gebirgs-„ übersetzen).

               

Alpestre wird seit 1996 nicht mehr von Mönchen hergestellt, sondern gehört der italienischen Aktiengesellschaft OnestiGroup S.p.A. Der Produktionsort befindet sich jedoch unverändert in Carmagnola in der einst von den Maristen-Mönchen gegründeten Destillerie.


Produkte


Alpestre

Aus Neutralalkohol und 34 Kräutern und Heilpflanzen, darunter Minze, Basilikum, Ysop, Johanniskraut, Kamille, Eisenkraut, Salbei, Thymian, Lavendel, Fenchel, Rainfarn, Melisse, Zitronenstrauch und Angelica; es wird keinerlei Zucker zugegeben; erhältlich als Riserva 4 Anni (4 Jahre in Fässern aus slawonischer Eiche gereift; alc. 44% vol.) und Riserva Speciale (mit Jahrgang; 10 Jahre in Fässern aus slawonischer Eiche gereift; alc. 49,5% vol.)


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