Alfred Gratien

Alfred Gratien ist der Name eines Champagner-Herstellers aus Épernay.


Hintergrund

Das Unternehmen wurde im Jahr 1864 von dem erst 23 Jahre alten Alfred Gratien in Épernay gegründet. Noch im selben Jahr eröffnete er außerdem eine weitere Kelteranlage in Saumur im Loire-Tal, einer weiteren für die Schaumwein-Herstellung bedeutenden Region Frankreichs. Die Gründung des Hauses fiel ausgerechnet in eine Zeit, da die französische Weinwirtschaft von der Reblaus- und Mehltauplage arg gebeutelt wurde, doch gelang es Gratien, diesen Widrigkeiten mit Enthusiasmus und Qualitätsbewusstsein zu trotzen. Zehn Jahre später schloss sich Alfred Gratien mit Jean Meyer zusammen und die beiden leiteten die Firma “Gratien & Meyer” fortan als Partner. Schließlich starb Gratien ohne eigene Nachkommen zu hinterlassen und so ging das Unternehmen vollständig in die Hände der Familie Meyer über, die den doppelten Firmennamen aus Bekanntheitsgründen jedoch beibehielt.

 

Von Anfang an gehörte es zu Gratiens Geschäftsphilosophie, der Qualität seiner Produkte oberste Priorität zu geben und dagegen die Menge des gekelterten Champagners zu vernachlässigen. Als eines der ganz wenigen kleinen Champagner-Häuser ist es Alfred Gratien dank dieses Grundsatzes bis in die jüngere Vergangenheit hinein gelungen in Familienbesitz zu bleiben und seine Selbständigkeit zu bewahren. Erst im Jahr 2000 wurde das Haus vom deutschen Unternehmen Henkell & Söhnlein übernommen. Unter den Durchschnittskonsumenten ist die Marke Alfred Gratien zwar nur wenig oder gar nicht bekannt, dahingegen gilt sie unter Kennern als eine der renommiertesten kleinen Marken, die bei Verkostungen stets hohe Punktzahlen erreicht. Von Alfred Gratien stammt der Ausspruch: “Ich war immer der Meinung, dass Champagner für den Wein sein sollte, was Haute Couture für die Mode ist.”

 

Der Champagner aus dem Hause Alfred Gratien wird in unverändert traditioneller Weise von Hand hergestellt. Dies schließt den weitestgehenden Verzicht auf maschinelle Anlagen ein. Das Unternehmen verfügt über 1,56 ha eigener Weinberge, bezieht also den Großteil der benötigten Trauben von ausgewählten Winzern der besten Crus der Regionen Côte des Blancs, Montagne de Reims und Vallée de la Marne. Nur der Saft der ersten Pressung findet Verwendung und wird in kleinen 228 l fassenden Eichenfässern zum Jungwein vergoren – ein Aufwand, der nur noch von sehr wenigen Herstellern praktiziert wird. Die jährlich produzierte Menge übersteigt aufgrund eigener Auflagen nicht die Menge von maximal 250.000 Flaschen.


Produkte


Alfred Gratien Cuvée Brut Classique

Aus den Rebsorten Pinot Noir (12%), Chardonnay (45%) und Pinot Meunier (43%); mind. 3 Jahre auf der Hefe gereift; 9 g/l Zucker und alc. 12,5% vol.


Alfred Gratien Brut Rosé

Roséchampagner aus den Rebsorten Chardonnay (45%), Pinot Noir (15%) und Pinot Meunier (40%; die beiden letztgenannten im Rotweinverfahren gekeltert); mind. 3 Jahre auf der Hefe gereift; 8 g/l Zucker und alc. 12,5% vol.


Alfred Gratien Blanc de Blancs

Aus 100% Chardonnay-Trauben; mind. 3 Jahre auf der Hefe gereift; 8 g/l Zucker und alc. 12,5% vol.


Alfred Gratien Cuvée Paradis Brut

Aus den Rebsorten Pinot Noir (35%) und Chardonnay (65%); mind. 5 Jahre auf der Hefe gereift; 8 g/l Zucker und alc. 12% vol.


Alfred Gratien Cuvée Paradis Brut Rosé

Roséchampagner aus den Rebsorten Chardonnay (66%), Pinot Noir (24%) und Pinot Meunier (10%); mind. 5 Jahre auf der Hefe gereift; 8 g/l Zucker und alc. 12% vol.


Alfred Gratien Millésime

Jahrgangschampagner unterschiedlicher Jahrgänge; nur in außergewöhnlich guten Erntejahren hergestellt; die verwendeten Rebsorten variieren; mind. 9 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 12,5% vol.


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