Afri-Cola

Afri-Cola ist der Name einer deutschen Cola-Marke.


Hintergrund

Die Entstehung der Marke geht zurück auf das im Jahr 1864 in Köln gegründete Unternehmen “F. Blumhoffer Nachfolger GmbH”, das sich mit der Herstellung von Pflanzenextrakten für die Alkohol- und Limonadenindustrie befasste. Bis zur Jahrhundertwende verlagerte man den Firmenschwerpunkt zunehmend auf die Produktion eigener Limonaden; Spirituosen und Liköre spielten von da an praktisch keine Rolle mehr.

 

Es dauerte jedoch noch bis zum Jahr 1931, als die Marke Afri-Cola, inspiriert von der Afrikanischen Cola-Bohne, ins Leben gerufen wurde. Der Name “Afri” und die als Logo gewählte Palme sollten Exotik vermitteln und tatsächlich entwickelte sich der Markenstart sehr schnell zu einem großen überregionalen Erfolg. Dennoch hatte man von Beginn an mit der schon damals weltweit agierenden US-Firma Coca-Cola einen harten Konkurrenten vor sich. In Kritik steht der damalige Firmenchef Karl Flach auch heute noch vor allem deshalb, weil er zu Zeiten der Nationalsozialisten gegen den US-Konzern eine antijüdische Hetzkampagne betrieb und dadurch die Beliebtheit bzw. das Ansehen von Coca-Cola in Deutschland zu schädigen versuchte. Zu diesem Zweck nahm Flach bei einer Werksbesichtigung in den USA einige Kronkorken mit der hebräischen Aufschrift “Koscher” an sich und behauptete, dadurch den Nachweis erbracht zu haben, dass der US-Konzern Teil des jüdischen Weltmachtstrebens sei.

 

Dem Image von Coca-Cola tat dieser stümperhafte Versuch kaum einen Abbruch, doch litten beide Unternehmen ab 1939 unter der voranschreitenden Entwicklung des Krieges. Das über die Achsenmächte verhängte Handelsembargo machte es immer schwieriger, die für die Limonaden-Produktion notwendigen Rohstoffe zu beschaffen und so wurden die Ausstoßzahlen von Afri-Cola vor allem gegen Ende des Krieges gezwungenermaßen drastisch reduziert. Die Nachkriegsjahre waren nicht weniger schwierig, doch konnte man sich dank ausländischer Fördergelder und Kreditgeber über Wasser halten und die Marktposition sogar weiter ausbauen. In 1952 erfolgte die Einführung der Orangenlimonaden-Marke “Bluna”. 1959 verlangte es die Unternehmensführung nach einem neuen, modernen und unverwechselbaren Markenauftritt und man schrieb zu diesem Zweck einen Design-Wettbewerb aus, in dessen Verlauf schließlich die markant-taillierte Flasche (die an die Proportionen einer Frau erinnern soll) und der typische Afri-Cola-Schriftzug mit der schon seit 1931 verwendeten Palme entstand. Anfang der 1960er Jahre engagierte man sich verstärkt im Radsport und sponserte die “Internationale Afri-Cola Deutschland-Rundfahrt”, die Vorläuferin der heutigen “Deutschland-Tour”.

 

Trotz aller Bemühungen und Öffentlichkeitsarbeit erwies sich gerade in diesen Jahren der nahezu übermächtige Konkurrent aus Übersee als unerbittlicher und praktisch nicht zu überwindender Gegner. Die Marktanteile von Afri-Cola in Deutschland schwanden zusehends zugunsten von Coca-Cola. Nur durch ein letztes Aufbäumen und dem Start einer umfangreichen Werbekampagne gegen Ende der 1960er konnte man sich dem Abwärtstrend noch ein letztes Mal erfolgreich entgegenstemmen. Auch international gewann die Marke nun zunehmend an Gewicht, doch wurde die Produktion verstärkt auf Lizenznehmer übertragen. Im Jahr 1988 übernahm Alexander Flach, Sohn von Karl Flach, die Unternehmensleitung und zog sich 4 Jahre später vollständig aus der Produktion zurück. Schon 1996 besann man sich eines Besseren, löste das in Afrika, Arabien und europaweit bestehende Netz aus Fremdabfüllern auf und nahm von nun an die Produktion wieder selbst in die Hand. 1999 wurde die Afri-Cola GmbH von der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG aufgekauft. Der neue Mutterkonzern war bestrebt, an den alten Erfolg von Afri-Cola anzuknüpfen und suchte dies einerseits durch Wachrufen von Kindheitserinnerungen und Nostalgie-Gefühlen bei den Kunden, andererseits durch starkes Angleichen des Zucker- und Koffeingehalts an die Konkurrenzmarken zu bewerkstelligen. Die Verfälschung der Originalrezeptur erwies sich allerdings schnell als Trugschluss und 2006 wurde diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht.

 

Ab 2007 trat Afri-Cola vermehrt als Sponsor für Film, Fernsehen, Kunst und Mode in Erscheinung und konnte so sein teilweise angeschlagenes Marken-Image deutlich verbessern. Heute ist die Marke neben Deutschland in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Frankreich, Saudi-Arabien, Ghana und Südafrika erhältlich. 


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