Was sind eigentlich Cups?

Was sind eigentlich Cups?

Ich gebe es zu, auch ich war mir zunächst nicht ganz sicher was man unter der Getränkekategorie "Cup" genau zu verstehen hat. Jeder auch nur halbwegs interessierte Barmann kennt zwar Longdrinks und Shortdrinks, Coladas, Fizzes und Sours, hat sicher schon einmal von Punches, Collinses und Pick-Me-Ups gehört und weiß etwas mit Eggnogs und Flips anzufangen, dem Begriff "Cup" dürften allerdings wohl nur die wenigsten schon einmal begegnet sein. Als hochbegabter Shaker-Schwinger könnte man in so einem Fall auf die folgende Schlussfolgerung verfallen:

 

 

Ein Cup ist eine Tasse, demnach könnte es sich um Getränke handeln, die aus Tassen getrunken werden - Kaffee oder Tee zum Beispiel. Cup kann andererseits aber auch mit Becher oder Pokal übersetzt werden. Der bekannte Kaffeebecher würde nun wiederum für kaffeehaltige Getränke sprechen. Was aber wird aus Pokalen getrunken? Met? Wein? Das Blut Christi?

 

 

Diese Überlegung war zwar nicht schlecht und führt uns auch ansatzweise in die richtige Richtung, da den meisten von uns aber wohl das nötige historische Wissen fehlt, sind wir letztlich doch in einer Sackgasse gelandet. Cups haben nämlich nichts mit Kaffeebechern oder Teetassen zu tun, tatsächlich handelt es sich dabei um nichts anderes als die internationale Bezeichnung für:

 

 

Bowlen

 

 

Nicht das Bowlen mit der schweren Kugel und den lustigen Kegeln, sondern um Trinkbowlen. Während jedoch die hausübliche und etwas aus der Mode geratene Bowle in der Regel ziemlich leicht, süß und fruchtig schmeckt, umfasst die Kategorie der Cups auch härtere Kaliber, die unter Umständen ordentlich Schnaps enthalten oder mit Bier zubereitet werden. Einfach ausgedrückt bestehen Cups wie auch Bowlen aus Alkohol, Zucker und Früchten oder Kräutern, hinzu kommen manchmal noch Wasser oder Milch.

 

 

Die Bezeichnung Cup leitet sich dabei tatsächlich von den altertümlichen Trinkpokalen her, deren Gebrauch sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Die alten Griechen und vor allem auch die Römer waren geradezu berüchtigt dafür, allerhand nur denkbare und oftmals verrückt klingende Speisen und Getränke auszuprobieren. Darunter fanden sich etwa besondere Weine, die ungenießbar waren, bevor sie nicht wenigstens eine zehnjährige Reifezeit hinter sich hatten - und selbst dann musste man sie noch immer mit Honig süßen, um sie hinunter zu bekommen. Irgendwann verfiel man denn auch auf den Gedanken, dem Wein neben Honig auch noch Kräuter oder Früchte beizumischen: die erste Bowle bzw. der erste Cup war geboren.

 

 

Auf die genaue Geschichte dieser Cups - jedenfalls soweit sie sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts nachvollziehen ließ - gehen die Autoren Henry Porter und George Edwin Roberts recht detailliert ein. Dabei war ich mir oft nicht sicher, ob ich das Wort "Cup" nun in seiner englischen Form belassen oder doch mit "Becher" oder "Pokal" übersetzen soll. Jedenfalls dürfte sich der ein oder andere Klugscheißer nun im Vorteil wissen und kann Freunde, Gäste und Kollegen ab sofort getrost mit der Frage auf die fachliche Probe stellen:

 

"Wer von euch weiß, was ein Cup ist?"

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