"Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" erhält ein neues Cover


"Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" erhält ein neues Cover


Ich bin ein recht unbeweglicher und in vielen bereichen unflexibler Typ, und außerdem ziemlich schwer von Begriff. Dass meine künstlerische Leistung beim Erstellen des Covers meines im Jahr 2015 erschienenen Buches "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" nicht gerade preisverdächtig war, hatte ich durchaus schon länger realisiert. Dennoch mochte ich das Motiv, denn es bezieht sich auf den Titel, ist schlicht und ohne irgendwelchen Schnickschnack. Ich mag es schlicht und auf Schnickschnack kann ich auch im Alltag gut verzichten. Wenn sich allerdings die Kritik der Leser häuft und sich das Buch außerdem schlecht verkauft, dann gerate sogar ich früher oder später ins Nachdenken. In diesem Fall hat das nur rund zwei Jahre gedauert.

 

 

Bei der Veröffentlichung des Buches bin ich seinerzeit nach demselben Prinzip vorgegangen wie auch schon bei der "Barfibel": Wenn die Qualität des Textes stimmt, ist das Cover nebensächlich, schließlich zählen die "inneren Werte". Nicht umsonst gibt es den bekannten Spruch, man solle ein Buch nicht anhand seines Umschlages beurteilen. Leider ist diese Weisheit nichts weiter als romantischer Unsinn und hat nicht wirklich viel damit zu tun wie Menschen tatsächlich ticken. Menschen erfassen die Dinge nun mal zuerst mit ihren Augen, alles weitere kommt hinterher, doch kann es dann für ein Buch mit unscheinbarem oder gar hässlichem Cover schon zu spät sein. Ich glaube sogar, dass ein hässliches Cover immer noch besser ist als ein unscheinbares, denn auch Hässlichkeit kann einem förmlich ins Auge springen und neugierig machen. Vielleicht ist das auch die Erklärung dafür, warum so manche Schönheit mit einem hässlichen Kerl zusammen ist: "Holger ist so abstoßend hässlich, da bin ich einfach neugierig geworden. Nächsten Monat wollen wir heiraten . . ." Man mag das alte Buchcover nun nennen wie man will, ich glaube wirklich gefallen hat es außer meiner Wenigkeit niemandem. Ein Gesicht wie es nur eine Mutter lieben kann, sozusagen. Richtig begriffen hatte ich das aber erst nach der ausführlichen Rezension der Buchbloggerin Anja, auf die ich durch Zufall beim Durchstöbern des Internets (ja, okay, ich habe mich selbst gegoogelt, zufrieden?) gestoßen war. So schreibt diese am Ende ihrer Bewertung:

 

 

 

"Das Cover konnte mich leider nicht überzeugen, da es sehr langweilig wirkte. Von außen würde ich nie darauf kommen, das es sich hierbei um ein unterhaltendes und auch lehrreiches Buch handeln könnte. Eine gezeichnete Szene mit einem Barmann und den unterschiedlichsten Gästen wäre ein Hingucker gewesen. Das einfache Blau so wie die 2 Gläser, der Vogel, der Schmetterling und der Mond, richten sich klar an den Titel des Buches. Ich hoffe das es von diesem Buch vielleicht einmal eine Neuauflage gibt, bei welcher man das Cover bearbeitet. 

 

Die Geschichte eines Barmanns, der seinen Beruf mit viel Witz und Charme erklärt und dabei so einige lehrreiche Tipps gibt. Einzig das Cover konnte mich nicht überzeugen. Ansonsten absolut empfehlenswert."

 

 

Die vollständige Rezension kannst Du hier lesen:

https://meinbuecherregalundich.blogspot.de/2017/11/rezension-thomas-majhen-von.html

 

 

 

Auch andere Rezensenten haben immer wieder darauf verwiesen, das Buch lediglich durch Zufall gekauft zu haben, da sie das Cover eigentlich eher abgeschreckt hätte. So schrieb ein Leser etwa bei "Skoobe":

 

 

"Gut geschriebenes Buch, das tiefe Einblicke in den Alltag eines Bartenders gewährt. Nun bin ich froh, dass ich mich von dem handgestrickten Cover nicht habe abschrecken lassen. Hier wird ganz untypischer Weise mehr Sein als Schein geboten. Humor trifft auf gute Beobachtungsgabe und langjährige Berufserfahrung."

 

 

 

Die kritischen Stimmen in meinem Kopf ließen sich irgendwann nicht mehr länger ignorieren und so musste ich schließlich meine Herangehensweise überdenken. In Kürze wird nun also das Cover ausgetauscht und das Buch einem Facelift unterzogen, doch gibt es dabei einen kleinen Haken: Es existiert noch ein "kleiner" Lagerbestand des Taschenbuches, der erst einmal verkauft sein will, bevor ich die Druckversion überarbeiten kann. Andernfalls müsste ich das Buch aus dem Verkauf nehmen, den Lagerbestand auflösen und säße damit plötzlich auf einem Berg von 500 Büchern, die ich kostenlos an Passanten auf dem Alexanderplatz verteilen dürfte. "Nee, will ich nicht, das Cover ist mir zu langweilig", höre ich da schon den einen oder anderen auf dem Weg ins Alexa jammern. Mit dem neuen Cover wird also zunächst einmal nur die elektronische Variante ausgestattet werden, die Liebhaber von handfester Ware müssen sich bis auf weiteres noch mit dem Martini-schlürfenden Schmetterling und der besoffenen Drossel auf der Vorderseite begnügen. 

 

 

In Anbetracht des Umstandes, dass ich offenbar in mancherlei Hinsicht unter Geschmacksverirrung leide, bin ich nun natürlich recht ratlos wenn es um die Frage geht, ob denn das neue Cover besser gefällt. Ich bitte also alle Leser um ihre ehrliche Meinung dazu und fordere sie auf, sich in den Kommentaren nach Herzenslust auszulassen. Sollte auch das neue Gesicht von "Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln" Anlass zum Gähnen oder gar Erbrechen geben, dann muss sich wohl ein professioneller Grafiker der Sache annehmen. Jedenfalls macht die ganze Angelegenheit deutlich, wie wichtig ehrliche Kritik gerade auch für Indie-Autoren ist (ich mag diese Bezeichnung, man kommt sich dabei ein wenig wie Indiana Jones vor . . . der "Indiana Jones unter den Autoren" . . . klingt gut). Also bitte keine Schönmalerei, ich kann die Wahrheit verkraften - *schnief*.


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