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Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln - 12 Wege das Trinkgeld aufzubessern

Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln - 12 Wege das Trinkgeld aufzubessern

12 Tipps fürs Tip
12 Tipps fürs Tip

Der Mensch lebt bekanntermaßen nicht vom Brot allein – der Gastronom allerdings genauso wenig von seinem meist mageren Lohn. Trinkgeld ist nicht einfach nur eine großmütige Gabe, ein kleines Dankeschön für den extra kräftig gemixten Mai Tai. Wir leben davon!

 

Das Trinkgeld ist die Existenzvoraussetzung für unseren Beruf, das Schmiermittel in unserem Getriebe, der Balsamico auf unserer Tomate-Mozzarella. Und dennoch wird es nicht immer von allen Gästen gleichermaßen (gern) gegeben, teils aus Gewohnheit, Unwissenheit oder mangelhafter Information über die Sitten des Gastgeberlandes, teils aber auch aus Geiz, Ignoranz oder Überheblichkeit. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die durchaus nicht so selten vorkommenden berechtigten Gründe, dem Kellner oder Barmann das Trinkgeld zu verweigern und sich stattdessen das Wechselgeld bis auf den letzten Cent herauszählen zu lassen. Das vorenthaltene Trinkgeld ist die vielleicht wirkungsvollste Maßregel, um den Kellner oder Barmann zu bestrafen. Aber eben auch, um ihm zu zeigen, dass man ihn für einen wertlosen Haufen verschwendeter Biomasse hält.

 

Trinkgeld gehört in vielen Ländern nicht nur zum guten Ton und kann auch als kulturelle Anstandsregel betrachtet werden, es ist in fast allen Fällen eine schlichte Notwendigkeit. Die Gehälter sind ganz einfach oft dermaßen mies, dass es ohne Tip weitaus einfacher wäre, sich mit seinem Hartz-IV-Bescheid unter dem Hintern den ganzen Tag auf die Couch zu setzen. Zudem darf nicht vergessen werden: Hat ein Gastronom Urlaub oder liegt krank im Bett, muss er allein mit dem niedrigen Grundgehalt auskommen. Schon deshalb sind Urlaubstage in der Gastronomie kostspieliger als anderswo und die Fehlzeiten wegen Krankheit auf magischen Weise geringer als in anderen Branchen. Auch wenn es der gesundheitlichen Bestimmungen wegen offiziell verboten ist, so gehen doch viele auch mit einer anständigen Erkältung lieber arbeiten, als sich das notwendige Trinkgeld entgehen zu lassen.

 

Schon einige Male habe ich nach oder während des Bezahlvorgangs unfreiwillig Gespräche unter meinen Gästen mitgehört, die ungefähr so endeten: „Wieso soll ich Trinkgeld geben? In meinem Beruf bekomme ich ja schließlich auch keins!“. Das mag ja richtig sein, aber aller Wahrscheinlichkeit nach bekommen Sie stattdessen einen wesentlich höheren Lohn und zudem vielleicht noch Urlaubs– und Weihnachtsgeld sowie ein dreizehntes Monatsgehalt. Davon können Gastronomen im Regelfall nur träumen, für sie klingen alle diese Extras wie wundersamen Märchen und Sagen, an die man schon seit Kindertagen nicht mehr glaubt.

 

Selbstverständlich hat der Gastronom als vernunftbegabtes Wesen im Laufe seiner Evolution raffinierte Vorgehensweisen ersonnen, das von ihm so heißblütig ersehnte, ja existenziell notwendige Trinkgeld mit erhöhter Effizienz zu erbeuten. Die hier aufgelisteten Kniffe sind der Praxis entnommen, mehrfach auf Herz und Nieren überprüft und für gut befunden worden.


1. Sei freundlich

Es mag zwar banal klingen, doch Freundlichkeit ist immer noch der sicherste Weg, ein vernünftiges Trinkgeld zu erhalten. Niemand lässt sich gerne von einem übellaunigen Miesepeter bedienen, der private Probleme, sexuellen Frust oder nervenaufreibenden Dauerstress mit seiner garstigen Alten in die Arbeit trägt und womöglich auch noch an seinen Gästen auslässt. Ein ernstgemeintes (oder gut gespieltes) Lächeln wirkt hingegen Wunder und geradezu wie ein Trinkgeldkatalysator. Ebenso sollten eine freundliche Begrüßung und Verabschiedung selbstverständlich und der Großzügigkeit der Gäste nicht abträglich sein. Aber: degenerieren Sie bloß nicht zu einem widerlichen Schleimer. Viele Gäste durchschauen das falsche Spiel sofort, und so viel ist sicher: Arschkriecher sind nicht beliebter als Knautschfressen.


2. Sei attraktiv

Sex sells – das gilt auch fürs Trinkgeld. Nicht nur Männer sind generell eher bereit, der attraktiven 20jährigen mit dem tiefen Ausschnitt und dem Knackarsch ein üppigeres Trinkgeld springen zu lassen, als der schon deutlich eingetrockneten Mitfünfzigerin Uschi. Auch Frauen wissen es durchaus zu schätzen, von einem gutaussehenden Kellner oder Barmann bedient zu werden und zeigen sich schon allein für den dargebotenen optischen Schmaus finanziell erkenntlich. Tritt allerdings zur Attraktivität die in dieser Kombination häufig auftretende Arroganz hinzu, mutiert der smarte Sonnyboy schnell zum polierten Lackaffen und der positive Augenklimpereffekt ist dahin. Die kleine Schwester des guten Aussehens ist das gepflegte Auftreten. Fettige Haare, dreckige Fingernägel und schlechter Atem sind die natürlichen Feinde der Trinkgeldkasse. Wenn Sie also schon nicht mit einer naturgegebenen hübschen Hülle gesegnet worden sind, seien Sie wenigstens eines: sauber.


3. Sei kompetent

Ein ahnungsloser Kellner mag sich eine Zeitlang erfolgreich durch seinen Beruf schummeln, früher oder später aber wird seine Inkompetenz auffliegen. Oft genügen schon einfachste Fragen zu Speisen oder Getränken und die professionslabile Bedienung gerät völlig aus der Fassung. Wem es an Kompetenz fehlt, der kann diesen Missstand vielleicht durch gute Improvisation oder ein Talent als Lügner und Hochstapler teilweise ausgleichen. Einen wahren Ersatz hierfür gibt es indes nicht. Fast immer wird das Wissensdefizit des Kellners von Gästen sehr schnell durchschaut – vorausgesetzt, diese sind nicht mindestens ebenso ahnungslos.


4. Sei aufmerksam

Besteht die Möglichkeit, eintretenden Gästen aus dem Mantel zu helfen? Kommt jemand ganz offensichtlich mit der 150 Seiten starken Cocktailkarte nicht klar und hat Schwierigkeiten, sich für einen der 1200 aufgelisteten Drinks zu entscheiden? Sitzt ein Gast bei 32 Grad Raumtemperatur schwitzend und unmittelbar vor der eintretenden Dehydrierung vor einem leeren Glas? Dann nichts wie hin! Kaum etwas schmeichelt den Menschen so sehr wie ihnen entgegengebrachte Aufmerksamkeit. Dadurch gewinnen sie den Eindruck, sie seien nicht nur irgendein x-beliebiger Gast, sondern es wert, dass man sich um sie bemüht und sie zuvorkommend behandelt. Sie werden stets einen guten Eindruck hinterlassen, wenn Sie Gästen die Tür aufhalten, ihren angespannten und suchenden Blick sofort richtig deuten und ihnen den Weg zur Toilette weisen, oder ihnen den Wein oder Sekt ungefragt nachschenken. Eine kleine Belohnung für den aufmerksamen Lakaien ist so fast immer sicher.


5. Erinnere Dich

Die Fähigkeit, sich an Gesichter und im Idealfall sogar Namen zu erinnern, ist in der Gastronomie buchstäblich Gold wert. Erkennen Sie einen Gast bei dessen Eintreten wieder, sprechen ihn gar mit Namen an, und fragen ihn als i-Tüpfelchen auch noch, ob es wie bei seinem letzten Besuch erst einmal ein „Japanese Old Fashioned“ sein darf, dann haben Sie den Pfeil genau ins Schwarze getroffen - und mit einem zweiten Schuss diesen Pfeil sogar noch in zwei Hälften gespalten. Auch hier wird der Mensch wieder einmal an einer seiner empfindlichsten Stellen getroffen: dem Ego. Es in wohldosierter Weise zu umschmeicheln, ist der Weg zum Portemonnaie seines Besitzers.


6. Imitiere den Gast

Gemeinsamkeiten verbinden - das gilt nicht weniger für künstlich herbeigeführte. Es ist ein altbekannter psychologischer Effekt, dass man sein Gegenüber als umso sympathischer empfindet, je mehr einem dieser in Körpersprache und Ausdruck ähnelt. Mit etwas Geschick und ein wenig Übung kann man sich als Servicesklave diesen Psychotrick zunutze machen, indem man Haltung und Sprache des Gastes imitiert. Aber: Bloß nicht übertreiben, sonst wirkt die Spiegelung des anderen schnell wie ein lächerliches Nachäffen und derjenige, dem man das Geld aus der Tasche kitzeln will, fühlt sich veralbert. Und: Ein dilettantischer Pantomime geht zumeist leer aus.


7. Sorge für Überraschung

Tun Sie etwas, womit Ihre Gäste nicht unbedingt rechnen. Es versteht sich von selbst, dass hiermit positive Überraschungen gemeint sind, und nicht sauer gewordene Sahne in der Piña Colada oder ein Glas „stiller“ Champagner. Sind Sie in einer durchschnittlichen Bar angestellt, dann genügt es oft schon, mit überdurchschnittlich gutem Service großen Eindruck auf die Gäste zu machen. Wurde an einem Tisch eine recht hohe Summe vertrunken, lassen Sie doch mal unaufgefordert ein paar Kurze springen. Auch ein auffälliges Outfit - wie bspw. seit wenigen Jahren in manchen Bars üblich gewordene Hosenträger, Schiebermützen und Oberlippenbärtchen, die an die Zeit der Prohibition erinnern sollen – kann manchmal Wunder wirken. Den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt.


8. Timing ist alles

Meiner Erfahrung nach viel zu wenig von den Fachkollegen beachtet, aber dennoch nicht zu unterschätzen ist das richtige Timing beim Präsentieren der Rechnung. Man erlebt es regelmäßig, dass der Mann die Rechnung verlangt, kaum dass die weibliche Begleitung auf die Toilette gehuscht ist. In einem solchen Fall empfehle ich stets: abwarten. Bezahlt nämlich „er“ in „ihrer“ Abwesenheit, wird „er“ sich beim Trinkgeld weit weniger spendabel zeigen, als wenn Frauchen den ganzen Vorgang kritisch beäugt – Man(n) will schließlich vor seiner Flamme nicht als Geizkragen dastehen. In der umgekehrten Situation kann es als männliche Servicekraft oder Bartender übrigens manchmal von Vorteil sein, „sie“ bezahlen zu lassen, solange „er“ noch auf dem stillen Örtchen verschwunden ist. Hat sich im Laufe der Bewirtung nämlich gezeigt, dass „sie“ von Ihnen durchaus angetan ist, so wird sie Ihnen dies mit einem fetten Trinkgeld, das manch einer schon als Vorstufe zum Sex versteht, bestätigen - solange ihr Macker davon bloß nichts mitbekommt.


9. Sei kosmopolitisch

Es ist zwar jederzeit ein unschätzbarer Vorteil, mehrere Sprachen zu beherrschen, doch genügen im Regelfall schon ein paar einfache Floskeln und Höflichkeiten. Als Gastronom sollte man wenigstens simple Dinge wie „Danke“, „Bitte“, „Guten Abend“, „Auf Wiedersehen“, „Prost“ usw. in einigen wichtigen internationalen Sprachen wie z. B. Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch fehlerfrei und verständlich ausdrücken können. Fahren bei Ihnen täglich mehrere Reisebusse mit fotografierwütigen Japanern vor, so sollten Sie sich selbstverständlich auf die ohne Frage nicht ganz einfache Landessprache des fernen Nippons konzentrieren. In jedem Fall werden die Gäste Ihr Bemühen zu schätzen wissen, was Ihnen unschätzbare Pluspunkte und damit sehr wahrscheinlich einen finanziellen Bonus bescheren wird - selbst dann, wenn Sie ein multilingualer Krüppel sind und die fremdsprachigen Floskeln in einem furchtbaren Kauderwelsch heruntergestottert haben.


10. Sei frech

Wenn man trotz der Beherzigung aller vorangegangenen Tipps mit ein paar müden Kupfermünzen oder gar überhaupt nichts abgespeist worden ist, so hilft vielleicht nur noch eins: eine freche Schnauze. Weisen Sie Ihre Gäste darauf hin, dass in Deutschland das Trinkgeld nicht im Rechnungsbetrag inbegriffen ist. Oder aber werden Sie deutlicher: weisen Sie die lächerlichen Kröten mit der Bemerkung von sich, Sie nähmen zwar gerne Trinkgeld an – auf Almosen hingegen könnten Sie derzeit noch verzichten. Doch Vorsicht! Bei einer solchen Vorgehensweise können Sie davon ausgehen, dass die Gäste vermutlich nicht mehr wieder kommen oder sich unter Umständen sogar bei Ihrem Chef über Sie beschweren werden. In Lokalitäten mit überdurchschnittlich hohem Touristenaufkommen mag dies egal sein – Ihr Vorgesetzter wird sich über Ihre vorlaute Klappe allerdings nur in den seltensten Fällen sonderlich freuen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Manchmal gehören freche Kellner zur Geschäftspolitik (so z. B. der für seine ruppige Art berüchtigte Köbes im Rheinland), und auch so mancher Gast weiß seltsamerweise die vielzitierte „Berliner Schnauze“ des Obers durchaus zu würdigen.


11. Der Groschentrick

Angenommen Sie hatten während der letzten Stunde ein nettes Paar aus Italien bei sich am Tresen sitzen. Jetzt, ein paar Drinks später, wird die Rechnung verlangt. Sie legen das kleine Zettelchen auf die Theke, die Summe beträgt, sagen wir . . . 18,60 €. Das Paar bezahlt mit einem 20 € Schein und gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Rest unter Umständen für Sie sein könnte. Was tun Sie also? Natürlich, Sie geben das Wechselgeld heraus. Entscheidend kann allerdings sein, wie Sie das tun. Anstatt nun, wie es naheliegend und gemeinhin üblich ist, in so großen Stücken wie möglich herauszugeben, versuchen Sie einmal das genaue Gegenteil. Legen Sie einen hübschen kleinen Stapel aus 10 und 20 Cent Stücken auf den Tresen, bedanken Sie sich und gehen Sie weiter Ihrer Arbeit nach. Was wird nun passieren? Einige Gäste werden das Münztürmchen wortlos in der Tasche verschwinden lassen, doch mindestens ebenso viele werden, aus Abneigung oder Geringschätzung des vielen Klimpergelds, den Stapel lieber auf Ihrer Theke stehen lassen. Bei dieser Vorgehensweise können Sie nur gewinnen. Denn entweder werden Sie so die lästige Flut aus mickrigen Münzen los, die sich zwangsläufig immer wieder in den Kellnerbörsen ansammelt. Oder aber Sie erhalten Trinkgeld von Leuten, die Sie ansonsten hätten leer ausgehen lassen. Natürlich können Sie das Ganze auch auf die Spitze treiben und sogar Kupfermünzen in Ihrem metallischen Hexentürmchen verbauen. Dann allerdings laufen Sie Gefahr, eine unschöne Diskussion mit Ihren Gästen zu provozieren.


12. Gib den Gästen Trinkgeld

Wenn die Gäste schon nicht den Anstand besitzen, Ihnen ein Trinkgeld zukommen zu lassen, so haben diese vielleicht selbst eines nötig. Dieser Trick bietet sich immer bei Rechnungsbeträgen an, die es aufgrund einiger weniger Cents notwendig machen, einen „ganzen Schein anzupacken“, also bei Summen wie z. B. 10,20 €, 15,10 €, 20,40 € usw. In sehr vielen Fällen bezahlen Gäste ihre Rechnung ausschließlich mit Scheinen, weshalb Sie bei den genannten Beispielen jeweils einen gerade so angebrochenen 5 € Schein in Münzen wechseln und herausgeben müssten (4,80 €, 4,90 €, 4,60 €). Da Sie heute jedoch ohnehin nur sehr wenige Münzen in Ihrem Kellnerportemonnaie vorrätig haben, ersparen Sie sich das mühsame Kleinviehsammeln - stattdessen geben Sie den vollen 5 € Schein heraus. In jedem Fall werden die Gäste im ersten Moment ziemlich verdutzt gucken und verunsichert nachrechnen. Ein Teil von ihnen wird das Geld gleichgültig oder schadenfroh einsacken und gehen – für Sie entsteht ein kaum nennenswerter Schaden von ein paar Cent. Ein größerer Teil aber wird beschämt etwas Kleingeld aus der Tasche kramen oder aber Sie bitten, den Fünfer einzuwechseln und eine Summe X als Tip zu behalten. Wichtig ist auch hier, dass Sie stets höflich bleiben. Denn viele Gäste, und in einigen Ländern ist das Sitte, lassen sich grundsätzlich erst einmal das Wechselgeld vollständig herausgeben, um dann einen Teil davon als Trinkgeld liegen zu lassen.

 Nachtrag vom 02.02.2018

 

Die Beliebtheit dieses Artikels hat mich dazu veranlasst, zum Thema Trinkgeld ein eigenes Buch zu verfassen. Seit dem 01.02.2018 ist mein Ratgeber "Wie man mit Trinkgeld ein Vermögen aufbaut" bei Amazon erhältlich. Darin werden u. a. 30 Tipps zur Steigerung des Trinkgelds beschrieben, sowie vier einfache Möglichkeiten, den somit generierten Überschuss mittel- bis langfristig gewinnbringend anzulegen. Das Buch ist unter folgendem Link erhältlich:

 

https://www.amazon.de/dp/197701805X/


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Kommentare: 2
  • #1

    Anyanca (Montag, 01 August 2016 11:04)

    Ein Großteil der Tipps sollte eigentlich selbstverständlich sein...Höflichkeit, Kompetenz, Aufmerksamkeit, ordentliches Erscheinungsbild (ist es leider jedoch nicht immer). Der Groschentrick oder den Gästen Trinkgeld zu geben finde ich gut, auch mal frech zu sein ist okay. Leider scheinen die Tricks in einem kleinen Hotel nicht zu funktionieren...=(, anhand unserer Bewertungen wird unsere Freundlichkeit & Servicebereitschaft zumeist mit über 9 von 10 möglichen Punkten bewertet (ebenfalls die Sauberkeit). Trotzdem geben eher wenige Gäste Trinkgeld. Vielen ist nicht bewusst, dass auch Hotelangestellte am Ende eine ähnliche Ausgangsposition wie Kellner haben (Mindestlohn, an Wochenenden&Feiertage arbeiten, weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld). Wirklich schade.

  • #2

    Thomas Majhen (Montag, 01 August 2016 17:20)

    Hallo Anyanca!

    Danke für Deinen Kommentar. Natürlich führt keiner der Tricks immer auch sofort zum Erfolg, über kurz oder lang sollten sie hingegen ihre Wirkung zeigen. Eine Rolle spielt selbstverständlich immer auch der Ort, an dem man arbeitet. Es ist nicht nur mit entscheidend, ob Du in einem Hotel, einer Bar oder Kneipe angestellt bist, auch die Region bzw. Gegend, wo sich Dein Arbeitsplatz befindet, kann mitunter einen großen Unterschied machen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass z. B. Hotelgäste ihre Rechnungen gerne auf ihr Zimmer schreiben lassen und dann beim Auschecken ein Trinkgeld "vergessen". Auch solltest Du Dich fragen, welche Sorte Gast bei Euch vornehmlich absteigt. Sind es vielleicht überwiegend junge Leute oder Senioren, die von Hause aus oft nicht viel Geld haben? Auch Reisegruppen, die einen mehrtägigen Pauschalurlaub mit vielen Aktivitäten gebucht haben, sind häufig ausgesprochen knauserig. Da viele Besucher aus dem Ausland oft auch aus Unwissenheit kein Trinkgeld geben (viele lesen z. B. in ihren Reiseführern, dass in Deutschland die Löhne im Preis inbegriffen sind oder sie verwechseln die auf der Rechnung ausgewiesene Mwst. mit einem Serviceaufschlag) kann es hilfreich sein, am unteren Ende der Quittung groß und sichtbar ein "Tip is not included" aufzudrucken. Wenn auch das nicht funktioniert und Du mit Deinem Geld nur schwer über die Runden kommst, solltest Du unter Umständen darüber nachdenken den Arbeitsplatz zu wechseln.