Über mich

Der Morgen nach Silvester
Der Morgen nach Silvester

"Wer über sich selbst spricht, kann nur verlieren", soll Voltaire einmal gesagt haben. Nicht, dass ich auch nur eine einzige seiner Schriften gelesen hätte, aber dieses treffende Zitat kenne ich zufälligerweise, wenn ich auch nicht mehr sicher bin, woher. Außerdem klingt es immer unheimlich klug, an der richtigen Stelle ein passendes Zitat anzubringen.

 

 

Kaum etwas langweilt mich zudem mehr, als über mich selbst zu sprechen bzw. zu schreiben, aber man kommt als Schreiberling wohl nicht umhin, auch ein wenig etwas über seine eigene Person preiszugeben. Nachfolgend nun also ein paar Infos über mich - wen's interessiert.


Kindheit und Jugendalter

Ich ließ mir schon immer gerne Zeit und so quetschte ich mich gerade noch ins alte Jahr und wurde in den frühen Morgenstunden der Silvesternacht des Jahres 1981 in München geboren. Meine Familie verließ jedoch schon kurze Zeit nachdem ich geschlüpft war die bayrische Kapitale, und so wuchs ich nicht in der von Einbahnstraßen durchzogenen, großstädtisch-provinziellen Lederhosenmetropole an der Isar auf, sondern in einem kleinen und weltfernen,  etwa 80 km entfernten - beinahe hätte ich gesagt "Gallierdorf" - Ort im Allgäu auf. Hier herrschte die Natur, der Tratsch und die Ödnis. Als Kind war ich glücklich, durch Wiesen und Wälder streifen zu können, im Jugendalter wurde es allerdings zunehmend langweilig und fade. Schon damals verspürte ich den unterschwelligen Drang, die engen Grenzen dieser meiner kleinen Welt zu verlassen und mehr zu erleben. Ich wollte hinaus und sehen, was es sonst noch zu entdecken gab.


Schule und frühe Hirngespinste


Nach meinem äußerst wackligen Realschulabschluss - ich war weder ein besonders guter, noch ein fleißiger Schüler - und in einem vorhersehbaren Fiasko endendem Besuch der Fachoberschule verpflichtete ich mich mit 17 Jahren als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Damit ging ein lange gehegter Kindheitstraum von mir endlich in Erfüllung. Das fragile Konstrukt aus jugendlicher Spinnerei und unwissender Schönmalerei brach allerdings schon nach wenigen Tagen ebenso schweißtreibender wie unbequemer Grundausbildung in sich zusammen und so leistete ich am Ende, desillusioniert durch die realen Verhältnisse des eintönigen Soldatenalltags, lediglich meinen 10monatigen Wehrdienst ab. Perspektiv- und ideenlos stand ich am Ende da und wusste nicht wohin mit mir, noch, wie es weitergehen sollte. Der Sprung vom Schul- ins Berufsleben fiel mir nicht leicht, und so war diese Übergangsphase eine trostlose und schwierige Zeit für mich. Ich fühlte mich nicht wirklich vorbereitet und hatte nicht den blassesten Schimmer, welche Richtung ich nun einschlagen sollte.


Die Ausbildung

Im August 2000 begann ich – nach halbjährigem Nichtstun und so mancher vor dem Computer durchzockten Nacht mehr genötigt als gewollt - eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Verzweifelt hatte ich an verschiedene Betriebe aus unterschiedlichen Branchen Bewerbungen geschickt, um mit nunmehr 18 Jahren endlich ganz gleich was für eine Ausbildung zu beginnen. Am Ende nahm mich ein kleines Hotel einige Kilometer entfernt als Auszubildenden an. Ich lebte mich schnell ein, was nicht zuletzt auch daran lag, dass das Klima in derart winzigen Häusern in der Regel sehr familiär ist. Dennoch lernte ich dort nicht unbedingt viel, stattdessen wurde ich innerhalb kürzester Zeit als (natürlich nicht in finanziellem Sinne) vollwertiger Arbeiter angesehen und war oft als einziger Kellner anwesend. Abends bemannte ich nicht selten ganz allein Restaurant, Bar und Empfang zugleich und arbeitete nur mit einem oder zwei Köchen zusammen. Zwar genoss ich das mir entgegengebrachte Vertrauen und die damit verbundene Eigenständigkeit, aber im Gegenzug brachte mir niemand bei, wie man z. B. Tranchiert oder Gäste im System ein- und auscheckt, auch war ich niemals für eine gewisse Zeit der Küche zugeteilt, wie dies eigentlich im Ausbildungsplan vorgesehen war. 

 

 

Als die Lehre in 2003 endlich vorbei war, fasste ich schließlich den Entschluss, dass ein solches Leben nicht meine Zukunft sein konnte. Um einem zukünftigen Dasein als frustriertes Tellertaxi oder befrackt-vertrackter Foyerlakai zu entgehen, absolvierte ich im direkten Anschluss an die Ausbildung einen Bartender-Grundkurs und heuerte schließlich in meiner ersten Bar in Augsburg als shaker- und flaschenschwingender Oktopus an. Hier wurde ich in die Grundzüge des Bartending eingeführt, gewöhnte mich an das Leben hinter der Theke und gewann an Sicherheit. Nach einer weiteren Zwischenstation in einem 4-Sterne-Plus-Wellnesshotel nahe Regensburg zog ich im Jahr 2006 endlich hinaus in die Welt: Nach Berlin.


Als Schreiberling

Die Lust am Schreiben entdeckte ich mit etwa 13 Jahren, wenngleich zunächst nur in Form von losen Tagebucheinträgen und gelegentlich zu Papier gebrachten Gedanken eines pickligen Jünglings. Nichts Ernstes oder Sinnvolles brachte ich während der nun folgenden Jahre zu Papier, zu sehr beschäftigt war ich mit dem Erwachsen- und Reifwerden. Zudem vernichtete eine abgestürzte Computerfestplatte meine damaligen schriftstellerischen Ambitionen. 

 

 

Mein Erstlingswerk Die Barfibel entstand in den mühevollen Jahren 2009 bis 2013 neben meiner Vollzeittätigkeit als Bartender. Ich investierte jede freie Minute in das Buch, oft setzte ich mich direkt nach dem Aufstehen an die Tastatur. Dabei war es ursprünglich ausschließlich als Nachschlagewerk für mich selbst gedacht, da ich mir meiner fachlichen Wissensmängel nur allzu bewusst war und tiefer in die Materie eintauchen wollte. Natürlich besaß ich auch Bücher wie Charles Schumanns American Bar, Franz Brandls Cocktails oder Brandls Barbuch, die heute schon zur klassischen Barliteratur zählen, doch war mir der Warenkundeteil stets zu knapp geraten. Mir wurde schließlich bald klar, dass ich ein Barbuch, so wie ich es mir vorstellte, selbst schreiben musste. Jahre später, als ich die Arbeiten zur Barfibel endlich abgeschlossen hatte, stellte ich mir letztlich die Frage: "Da du es schon mal geschrieben hast - warum nicht veröffentlichen und Kapital daraus schlagen?".  Mit dem "Kapital draus schlagen" ist es allerdings so eine Sache, denn das Werk ist schon allein aufgrund seines  beachtlichen Umfangs im Druck sehr teuer, dementsprechend hoch ist der Verkaufspreis. Außer einigen eingefleischten Freaks leisten sich nur wenige ein trockenes Fachbuch, das annähernd 60 € kostet. Aber ich halte das Buch für gelungen und wichtig und werde mich auch in Zukunft daran machen, es zu überarbeiten und zu erweitern.

 

 

Im Jahr 2015 folgte der eher humoristisch und auch etwas boshaft - manch einer findet ihn sehr boshaft - angehauchte Essay Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln, der mich deutlich weniger Arbeit und Mühe gekostet hat als die Barfibel. Inspiriert dazu wurde ich von dem Buch Geständnisse eines Küchenchefs  von Anthony Bourdain,  das einen tiefen und vor allem lustig beschriebenen Einblick in das Treiben von Restaurantküchen gewährt. Ich wollte etwas ähnliches schaffen, nur dass nicht die Küchen, sondern die Tresen dieser Welt beleuchtet werden sollten. Viele Bartender und auch Kellner finden sich in der ein oder anderen Situation wieder, aber auch für Nicht-Gastronomen ist es sicherlich nicht uninteressant zu erfahren, was sich im Kopf des "Barkeepers ihres Vertrauen" so alles abspielt.

 

 

Zur Zeit arbeite ich an mehreren parallel laufenden Projekten. Einerseits möchte ich nach einem Fachbuch und einem Essay nun endlich die dritte große literarische Kategorie in Angriff nehmen: Ein Roman soll es werden. Natürlich wird auch dieser sehr stark gastronomisch angehaucht sein und sich vor allen Dingen im vom Alkohol umnebelten Dunst einer Bar abspielen. Weiterhin soll die Barfibel nach nunmehr über drei Jahren seit ihrem Erscheinen überarbeitet und erweitert werden. Am Ende wird das Werk voraussichtlich annähernd tausend Seiten umfassen und zudem auch online auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Alles in allem sehe ich wohl genügend Arbeit entgegen, um mich auch in den kommenden Jahren nicht zu allzu sehr zu langweilen.


Weiterführende Links

Unter den nachfolgenden Links findest Du Interviews, meine Facebook-Seite u. ä.

 

 

 

Interview bei Radio Eins Barfly vom 06.06.2014

 

Interview in der Mixology vom 29.09.2014

 

Interview bei Radio Eins Barfly vom 04.09.2015

 

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